Die 7 grossen Hypes im Journalismus

Hakan Tanriverdi, freier Technikjournalist, Ole Reissmann von Spiegel Online und Jannis Kucharz von Netzfeuilleton fassten die sieben grossen Hypes zusammen, die derzeit in der Medienbranche rumgeistern und den Journalismus verändern wollen.

  1. Hype: Inhalte auf Facebook. Verlage müssen ihre Artikel direkt auf Facebook posten, um bessere Reichweiten zu erzielen. Stimmt, aber läuft dem Geschäftsmodell zuwider, Abos (auch digitale) zu verkaufen. Wer von Native Advertising lebt oder nicht auf Aboeinnahmen angewiesen ist, kann die Reichweitensteigerung auf Facebook dagegen ausnützen.
  2. Hype: Geld von Google nehmen. Solange sich an der Berichterstattung nichts ändert, ist es okay, Geld von Google zu nehmen. Genannt wurde «Le Figaro», die rund eine Million Euro erhalten haben, um ihre Abonnenten besser zu bewirtschaften. Weil viele Verlage keine intelligenten Anzeigensysteme haben, ist eine Kooperation mit Google unausweichlich.
  3. Hype: Live-Streaming. Man sollte sich nicht zuerst fragen, wann es rechtlich erlaubt bzw. verboten ist, Live-Streaming zu machen. Viel wichtiger ist die Frage: Wann macht es Sinn und wann nicht? Gut geeignet ist es beispielsweise, um bei einem Test der Apple Watch Fragen des Publikums direkt einzubeziehen.
  4. Hype: Interaktive Infografiken. Sie sehen zwar schön aus, aber der Aufwand rechtfertigt sich nur selten. «Nach 16 Wochen Arbeit klickt der Nutzer drauf, schaut ein Video und sagt danke und auf Wiedersehen». Schön aussehen reicht nicht, es muss für die Nutzer auch praktikabel zu lesen und anzusehen sein.
  5. Hype: Apple Watch. Die Software hat offenbar noch Kinderkrankheiten. Bei solchen Entwicklungen darf man ruhig auch zugeben, dass sie niemand kennt. Es ist nur wichtig, frühzeitig dabei zu sein, zu lernen und auszuprobieren. Auch hier gilt: Der Nutzer muss im Vordergrund stehen, nicht alle Storys lassen sich auf der Apple Watch erzählen.
  6. Hype: WhatsApp. Es gibt Beispiele, wo die direkte Kommunikation mit dem Nutzer gut funktioniert hat. Beispielsweise in der ZDF-Show zum Thema Schlüpfen. User konnten nach der Sendung via WhatsApp weiterverfolgen, was passierte. Verlage müssen die passenden Use-Cases suchen und WhatsApp nur dann nutzen.
  7. Hype: Snapchat. Für die USA mag stimmen, dass Snapchat zurecht ein Hype ist. CNN erreicht über diesen Kanal eine Million User täglich. Aber in Europa und sicher auch in der Schweiz ist das bei Weitem nicht der Fall. Ohne Deal mit Snapchat, bei dem Verlage alle Inhalte Snapchat in die Hand geben, läuft sowieso nix.

Die drei Redner betonten oft, dass es keine Schande ist, eine Entwicklung nicht richtig einzuschätzen. «Man kann nicht alles wissen und sollte sich manchmal besser auf die Gegenwart konzentrieren. Da gibts schliesslich genügend Probleme zu lösen. In diesem Sinne:

¯\_(ツ)_/¯

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