Social Media im Wandel: Was man jetzt wissen muss

Social Media im Wandel: Artikel im MIgros-Magazin Migros-Magazin
Social Media im Wandel: Der Artikel ist zuerst im Migros-Magazin vom 17. Februar 2025 auf den Seiten 16 und 17 erschienen.

Social Media kann verwirrend sein: Was stimmt, was nicht, was sind Gerüchte? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bekannte soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und X (früher Twitter) verändern sich gerade rasant. Zudem drängen neue Netzwerke wie Threads oder Bluesky auf den Markt. Wird der Ton jetzt überall rauer, und gibt es überhaupt Alternativen? Wir bringen Ordnung in den Social-Media-Wirrwarr.

Gehören Facebook, Instagram und Whatsapp zusammen?
Ja, diese Plattformen gehören zum Konzern Meta, der zudem das soziale Netzwerk Threads betreibt. Grösster Aktionär von Meta ist Mark Zuckerberg. Nicht dazu zählen X und Tiktok. Ersteres gehört Elon Musk, Letzteres der chinesischen Firma Bytedance.

Elon Musk arbeitet gleichzeitig für die neue Regierung in den USA und ist Besitzer von X. Instrumentalisiert er das Netzwerk?
Das ist offensichtlich. Musk nutzt X für seine Zwecke, indem er seine eigenen Postings und die ihm politisch nahestehender Personen priorisiert und die Gegenseite zurückbindet. Eine gesunde Diskussionskultur ist auf X nicht mehr möglich – viele Prominente, Unternehmen und Medien haben aufgrund der zahlreichen extremen Inhalte das Netzwerk verlassen.

Wird Tiktok in den USA verboten?
Das ist noch unklar. Dem Gesetz zufolge darf Tiktok in den USA nicht mehr angeboten werden. Kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump war Tiktok vorübergehend offline, erhielt dann aber einen dreimonatigen Aufschub. In dieser Zeit muss die Besitzerfirma Bytedance entweder einen amerikanischen Käufer finden oder das Geschäft in den USA einstellen.

Stimmt es, dass Facebook und Instagram den Faktencheck abgeschafft haben?
Vorerst hat Meta die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktencheckern nur in den USA beendet. Auch die Lockerung der Regeln für beleidigende Inhalte gilt bislang nur dort. Trotzdem ist es denkbar, dass sich die Geschichte von X auch auf Facebook und Instagram wiederholt.

Was bedeutet das für die Schweiz?
Die Auswirkungen auf die Nutzung von Facebook und Instagram für die Schweiz lassen sich noch nicht abschliessend beurteilen. Es ist aber möglich, dass der Ton auf den Netzwerken auch hierzulande rauer wird.

Wie stark beeinflussen KI-generierte Inhalte Social Media?
Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine immer wichtigere Rolle auf Social Media. Sie wird genutzt, um Texte, Bilder und Videos automatisch zu erstellen – manchmal nur für harmlose Spässe, aber auch für politische Manipulation, wie das zum Beispiel im Wahlkampf in den USA passiert ist. Jedenfalls wird es für die meisten Nutzerinnen und Nutzer immer schwieriger, KI-generierte Inhalte von echten zu unterscheiden. Zwar werden User aufgefordert, Inhalte zu kennzeichnen. Überprüfen kann das aber niemand zuverlässig.

Worauf kann ich achten, um KI-Inhalte besser zu erkennen?
In erster Linie ist entscheidend, ob du der Absenderin oder dem Absender des Inhalts vertraust. Empfehlenswert ist, sich nur mit Menschen zu vernetzen, die man persönlich kennt und nur verlässlichen Medien zu folgen. Wenn du einer Aussage misstraust, gilt: Prüfe diese mit einer Internetsuche, bevor du den Inhalt weiterverbreitest.

Wie sicher ist Whatsapp generell?
Die Kommunikation auf Whatsapp ist sicher: Nachrichten werden verschlüsselt übertragen – nur Absenderin und Empfänger können sie lesen. Whatsapp sammelt jedoch Metadaten wie Standort, Nutzungszeiten und Nutzungsverhalten. Diese Daten nutzt der Konzern für Werbezwecke. Jüngste Gerüchte über einen dritten blauen Haken, der Screenshots anzeigt, sind übrigens falsch.

Gibts Alternativen zu den Meta-Apps?
Wer Plattformen aus dem Meta-Konzern meiden will, hat es schwer. Weder für Facebook noch für Instagram gibt es echte Alternativen. Anders sieht es bei Whatsapp aus. Hier lassen sich Signal oder Threema nutzen, die beide punkto Datenschutz besser aufgestellt sind. Und anstelle von X hat sich Bluesky etabliert. Das funktioniert ähnlich wie das alte Twitter und erlebt gerade einen grösseren Zulauf.

Soll ich Social Media überhaupt noch nutzen?
Niemand muss diese Apps nutzen, es lebt und kommuniziert sich auch ganz gut ohne. Aber es gibt auch kein Muss, sich davon zu verabschieden. Wichtig ist bei der Nutzung, dass sie Spass macht und guttut – ohne Stress und Druck. Was immer hilft, ist ein kritischer Blick: Nicht alles glauben, was man sieht und liest. Und am Ende gilt: Social Media ist auch, was wir daraus machen.

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