10 Erfolgsfaktoren für Videos im Journalismus

Was muss ein Video bieten, damit es die Zielgruppe erreicht und von Anfang bis Ende angeschaut wird? Hier die zehn Erfolgsfaktoren aus den Häusern BBC, France 24 und Spon:

  1. Mobile first: Was für Texte gilt, gilt auch für Videos. Im Jahr 2015 müssen sie für Handybildschirme optimiert sein.
  2. Social second: Twitter, Facebook und Instagram nicht vergessen! Die eigene Marke muss auf diesen Kanälen mit Videos präsent sein.
  3. Konsum on the go: Videos müssen auch ohne Ton funktionieren, deshalb genügend Info-Text einblenden.
  4. Auf den Punkt: User sind sofort weg, wenn das Video nicht unterhält oder informiert. Eins von beidem muss in den ersten 3-5 Sekunden passieren.
  5. Je kürzer, desto besser: Kann eine Geschichte in einer Minute oder dreissig Sekunden erzählt werden? Dann tut es.
  6. Regelmässigkeit: Einmal pro Woche ein Video, nur weil man Zeit hat? Nützt nichts. Die User müssen sich daran gewöhnen, um zurückzukehren.
  7. Erklären, zeigen, anleiten: Was bedeutet der starke Franken, wie ist die Situation im Nahen Osten und wie funktioniert Windows 10? Mit diesen Themen kann nichts schiefgehen.
  8. Über den Text hinaus: Was bereits im Text steht, darf im Video nicht vorkommen. Dieses soll Zusatzinformationen liefern.
  9. Konsequentes Storytelling: Bei der Planung von Geschichten an Videos denken. Manchmal ist zeigen besser, als beschreiben.
  10. Interaktion fördern: User einbinden, wo immer es geht. Reaktionen auf Social Media und in der Kommentarspalte als Bild-in-Bild im Video zeigen.

YouTube ist tot, lang lebe YouTube

Google hat YouTube kaputtgemacht, so die These von Medienwissenschaftler Bertram Gugel. Einerseits wurden die Community-Funktionen auf Google+ ausgelagert, andererseits honoriert die Plattform durch ihren Algorithmus, wenn Kanäle feste Sendeplätze einrichten.

Internetaffine Menschen mögen beides nicht.

Darüber hinaus ist YouTube nicht mehr dazu geeignet, um richtig viel Geld zu verdienen. Laut Gugel belaufen sich die Tausenderkontaktpreise (TKP) zwischen 1,20 Dollar im schlechtesten und 6,50 Dollar im besten Fall.

«YouTube ist nicht zuletzt eine Desktop-Firma», sagte Bertram Gugel. Menschen können mit ihren Smartphones nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren. Darauf ist YouTube nicht ausgerichtet.

Facebook löst YouTube ab

Weil höchstens Vlogs, Gamingvideos und How-Tos auf YouTube funktionieren würden, etablierten sich andere Plattformen, sagte Gugel. Als Beispiele nannte er Twitch (Gaming), Mixbit (Community), Vimeo (Hohe Qualität), Periscope und Meerkat (Livestreams).

Und Facebook.

Punkto Reichweite hat Facebook den (ehemaligen) Platzhirschen YouTube auf mobilen Geräten abgelöst. Das bedeutet, dass User andere Plattformen nutzen müssen, um entweder die Videos direkt zu hosten bzw. streamen oder auf YouTube zu verlinken.

Wer hat gewonnen oder verloren? Ist YouTube quasi tot? Nein, sagte Gugel, «MySpace gibts ja auch noch». So weit würde ich zwar heute noch nicht gehen, aber wenn sich die Plattform nicht dramatisch verändert, wird sie noch weiter an Boden verlieren.

«YouTube-Stars» ohne Erfolgsrezept

Die Paneldiskussion mit YouTubern, die mit ihren Videos Geld verdienen, konnte das Bild, das Betram Gugel zuvor vermittelte, nicht mehr wirklich retten. Weder Marie Meimberg noch Nicolas Lindken – besser bekannt als Tense – hatten ein Erfolgsrezept parat, obwohl sie beide davon leben können.

Hier trotzdem der Versuch, ihre fünf wichtigsten Punkte zusammenzufassen:

  • Sich nicht fragen, was will ich erzählen, sondern was will das Publikum sehen
  • Nicht alle Botschaften funktionieren auf allen Kanälen, deshalb YouTube bewusster einsetzen
  • Videos müssen emotional sein: unterhaltsam, witzig, berührend. Nutzer mit dem Herzen erreichen und nicht mit der Ratio
  • Zielpublikum muss sich in den Videos wiederfinden, so ist die Chance höher, dass sie teilen
  • Wirklich gute Ideen sollte man verkaufen und nicht selbst machen, da ist der Ertrag höher und der Aufwand geringer

Kurz zusammengefasst: YouTube ist eigentlich tot, andere Plattformen decken die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer viel besser ab. Aber ganz ohne gehts dann halt doch nicht.